Unternehmen   BAI und Kunst   Wien Mitte. Bewegt die Stadt.

Kunst bewegt die Architektur – Architektur bewegt die Stadt

Ein Bauprojekt in der Größenordnung von Wien Mitte und an einem so zentralen Ort einer Stadt hat eine besondere Bedeutung für die Öffentlichkeit. Neben der Architektur spielte hier die Kunst im gesamten Prozess der Projektentwicklung von 2007 bis 2013 eine wichtige Rolle.

Harmonisches Zusammenspiel von Architektur und Kunst

Im Gegensatz zum traditionellen Ansatz von Kunst am Bau wird Kunst bei der BAI als integratives Element verstanden, dessen Potenzial ganzheitlich in den verschiedenen Bauphasen in das Projekt einfließt – Kunst und Immobilien ergänzen einander dabei.

Konkret manifestiert sich diese Haltung in der Ausgestaltung des Gebäudekomplexes mit eigens dafür entwickelten temporären Kunstwerken. Die Immobilien schaffen erst den notwendigen Raum für die Kunst.

Die Einbeziehung verschiedener KünstlerInnen in die Projektplanung der Bauprojekte zeigt sich auch in der Erarbeitung von künstlerischen Bildwelten für die mediale Kommunikation.

 
BAI UND KUNST   WIEN MITTE. BEWEGT DIE STADT.

Gottfried Helnwein,
(2009 – 2010)

Arbeiten im Untergrund. Fertigstellung der Basis., 2009
Am Wendepunkt., 2009
Unaufhaltsamer Baufortschritt., 2010
Fertigstellung der Basis., 2010

Während sich die Baustelle überirdisch noch als Betonruine präsentiert, sind im Untergrund hochspezialisierte Fundamentierungsarbeiten im Gange. Diese ohne Kontext schwer identifizierbaren unterirdischen Landschaften wählt Gottfried Helnwein als Set für sein Fotoshooting, dessen Ergebnisse wie Filmstils aus dem Abenteuergenre anmuten: Kinder in unterschiedlichen Verkleidungen erkunden wachsam rätselhaftes Neuland. Dabei übernehmen Mädchen die Hauptrolle. Sie könnten ab Fertigstellung das Gebäude potenziell übernehmen.

Bereits in den frühen 1970er-Jahren polarisierte Gottfried Helnwein (* 1948) mit seinen längst zu Ikonen gewordenen hyperrealistischen Selbst- und Kinderporträts. Dabei nimmt der Künstler Motive und Intentionen u.a. des Wiener Aktionismus auf, die er mit den Prinzipien der Pop Art verbindet. Im Zentrum seiner künstlerischen Tätigkeit steht die Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt und dem menschlichen Gesicht, im Besonderen mit dem spezifischen Ausdruck von Kindergesichtern.

www.helnwein.com

Arbeiten im Untergrund. Fertigstellung der Basis., 2009
Am Wendepunkt., 2009
Unaufhaltsamer Baufortschritt., 2010

 
BAI UND KUNST   WIEN MITTE. BEWEGT DIE STADT.

Rita Nowak,
(2008)

In einem prächtigen Federkleid und in stolzer, himmelwärts gerichteter Haltung erhebt sich die Künstlerin Rita Nowak wie einst Phoenix aus der Asche aus dem gerade freigebaggerten Bauloch. Ihre Reinszenierung des alten Verwandlungsmythos symbolisiert die ganze Dramatik der Veränderungen an diesem Ort und liefert einen optimistischen Ausblick auf das Ergebnis gerade in dem Moment, in dem es noch in besonders weiter Ferne scheint.

Rita Nowaks (* 1979) Arbeiten basieren auf dem Prinzip der „Tableaux vivants“, eines Theaterformats und einer Form des Gesellschaftsspiels, das vom 16. bis ins 19. Jahrhundert besonders populär war. Laien und Profis machen sich dabei den Spaß, zentrale Szenen berühmter Bilder nachzuspielen, die vom Publikum erraten werden sollen. In ihren Fotos geht es Rita Nowak nicht primär um die Komposition berühmter Bilder selbst. Vielmehr visualisiert die Künstlerin jene Momente magischer Nähe, die entstehen, wenn sie historische Bilder und die Personen ihres Umfelds betrachtet. Mit der ihr eigenen Kraft der Imagination gelingt es Rita Nowak auf diese Weise, Schauplätze zum Sprechen zu bringen.

In einem prächtigen Federkleid und in stolzer, himmelwärts gerichteter Haltung erhebt sich …

 

STOP SOBBIN’ 1, 2008
STOP SOBBIN’ 2, 2008

Auf dem Höhepunkt der Abbrucharbeiten der Altsubstanz lässt der Künstler Thomas Stimm seine überdimensionalen Blumen aus Aluminiumguss zwischen den Trümmern des ehemaligen Landstraßer Bahnhofs sprießen. Fotografiert von Lisi Gradnitzer bilden die surrealen Arrangements comicartige bunte Biotope, die zukunftsweisend wilde Blüten treiben.

Der Maler und Bildhauer Thomas Stimm (* 1948) gehört zu den großen Individualisten der internationalen Kunstszene. Im Mittelpunkt seines gegen alle Trends immunen Werks stehen das Verhältnis von Kunst und Natur und das geheime Leben der Pflanzen, in dem er Parallelen zum Sozialverhalten der Menschen entdeckt. Idyllische und humorvolle Szenen des Blühens, Wachsens und Wucherns gießt Thomas Stimm auf technisch höchst anspruchsvolle Weise in figurative Skulpturen mit leuchtenden Farben aus unterschiedlichen Materialien, deren Dimensionen von der Miniatur bis zur überlebensgroßen begehbaren Installation reichen.

STOP SOBBIN’ 1, 2008
STOP SOBBIN’ 2, 2008

Auf dem Höhepunkt der …

 

Architektentreffen, 2007
Nun Bautrupp, 2007
Abriss. Ein neuer Aufbruch, 2009

Den Beginn der Kampagne markieren zwei Sujets von Erwin Wurm, auf denen jeweils die Architekten Heinz Neumann und Laurids Ortner sowie der Projektentwickler Thomas Jakoubek in skurrilen Posen vor dem Hintergrund der zum Abbruch freigegebenen Baustelle zu sehen sind. Erwin Wurm arrangiert die Projektbeteiligten in ungewöhnlichen, labilen Konstellationen, für die ebenso wie beim Bau selbst ein Höchstmaß an Kooperations- und Einfühlungsvermögen gefordert war. Im Juni 2009 vollendete Erwin Wurm seine Serie für WIEN MITTE mit einer Szene, in der sich der österreichische Schauspieler Karl Merkatz nackt aus einer Tonne erhebt, die auf dem Bauplatz gefunden wurde.

Nicht auf dem Objekt an sich, sondern auf der Interaktion zwischen Objekt und Subjekt liegt das Hauptaugenmerk des Bildhauers Erwin Wurm (* 1954), der seinen spezifischen Skulpurbegriff seit mehr als zwanzig Jahren stetig entwickelt und erweitert. Basierend auf Handlungsanweisungen können seine One Minute Sculptures, in denen er sich selbst bzw. die ausführenden Personen oft in absurde Situationen bringt, fotografisch als „verfestigte Zeit“ eingefangen und individuell reproduziert werden.

www.erwinwurm.at

Architektentreffen, 2007
Nun Bautrupp, 2007
Abriss. Ein neuer Aufbruch, 2009

Den …

 
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Elfie Semotan /
Erwin Wurm, (2011)

Die Fotografin Elfie Semotan und der Künstler Erwin Wurm agieren in ungewöhnlichen Doppelrollen, nämlich sowohl als das Konzept vorgebende FotografInnen als auch als DarstellerInnen.

Aus den Wolken, 2011
Erwin Wurm inszeniert Elfie Semotan als Göttin, die vom Himmel auf die Erde gefallen und auf dem rund 35 Meter hohen Dach von WIEN MITTE gelandet ist. Dort, wo ihr Flug endet, endet auch die letzte Etappe des Hochbaus. Obwohl Elfie Semotan die Rolle hinter der Kamera bevorzugt, begibt sie sich hier ausnahmsweise als Protagonistin vor die Linse.

Completing in the Mind, 2011
Elfie Semotan inszeniert Erwin Wurm in einem im Rohbau befindlichen Innenraum in der vierten Etage des Gebäudes. Auf einem Bett sitzend posiert der Künstlerkollege als melancholischer Mann ganz in der Tradition der Darstellung einsamer Wölfe, wie sie vor allem das amerikanische Kino und die amerikanische Malerei populär gemacht haben.

Die Anforderung, mit anspruchsvollen Arbeiten ein Massenpublikum zu erreichen, hat die Künstlerin und Fotografin Elfie Semotan (* 1941) immer wieder auf eindrucksvolle Weise eingelöst. Die Bilder ihrer legendären Kampagnen für Palmers und Römerquelle gehören zu den erfolgreichsten der österreichischen Werbegeschichte und sind längst ins kollektive visuelle Gedächtnis des Landes eingegangen. In Elfie Semotans Werk inspirieren sich Kunst und Mode gegenseitig: Der von Genregrenzen unverstellte Blick der Fotografin ist gleichermaßen in der Lage, soziale Situationen in stilisierten Tableaus auf den Punkt zu bringen wie umgekehrt in vermeintlich natürlichen Haltungen den Hang zur Stilisierung zu entdecken.

www.semotan.com
www.erwinwurm.at

Die Fotografin Elfie Semotan und der Künstler Erwin Wurm agieren in ungewöhnlichen …